Geschichte unserer Pfarrkirchen

Mehr über die sensationellen spätromantischen Wandmalereien finden Sie in diesem Buch, das die Georgsgemeinschaft zu Praitenfurt (Kulturverein) im Jahr 2000 herausgegeben hat.
erhältlich am Gemeindeamt)
Im Jahr 2003 gab die Georgs-gemeinschaft auch eine interaktive CD-ROM über die spätromanischen Wandmalereien heraus. Diese ist am Gemeindeamt St. Georgen zum Preis von EUR 25,-- erhältlich.
Altarraum (Foto: Mitteregger)

Die Pfarrkirche St. Georgen ob Judenburg

Das äußere Erscheinungsbild des nach Osten orientierten Kirchenbaues wird sehr wesentlich vom mächtigen, viergeschossigen romanischen Turm mit barocker Haube, Zwiebel und Laterne geprägt.
Der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als rechteckige Saalkirche mit Ostturm angelegte Bau wurde im 15. Jahrhundert im Osten durch Hinzufügung von Chor und Sakristei vergrößert; diese gotische Ergänzung ist an dem hochstrebenden Baukörper, den schmalen Spitzbogenfenstern und den Strebepfeilern am Chorschluß gut erkennbar.

Mitte des 17. Jahrhunderts erfolgte eine weitere bauliche Veränderung durch die Einwölbung des ursprünglich flachgedeckten Langhauses und die Errichtung eines Querschiffes in Form von barocken Kapellen mit Halbkreisschluß. Stilistisch ist der romanische Gründungsbau dem Typus der “Chorturmkirche” mit eingezogenem quadratischen Chorraum im Ostturm zuzurechnen – eine Bauform, welche in der Steiermark mit mehreren Beispielen aus dem 12. und 13. Jahrhundert vertreten ist.

Eine Besonderheit sind die im Zuge der Innenrenovierung von 1987 bis 1989 freigelegten und restaurierten romanischen Wandmalereien im Turmquadrat der Kirche. Es handelt sich dabei um eine der wenigen vollständigen Ausstattungen eines Raumes aus dem 13. Jahrhundert.
Die Malereien sind ein höchst interessantes stilgeschichtliches Dokument zwischen Spätromanik und dem Zackenstil. Sie umfassen die Darstellung der Kirche (Ecclesia), der Evangelisten, der Apostel und der Propheten, das himmlische Jerusalem sowie 20 Szenen aus der Georgslegende. Bemerkenswert ist auch die Lesbarkeit sämtlicher Inschriften im Gewölbe.

Vor einigen Jahren hat das Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Wien Proben aus den Wandmalereien genommen und in der Folge untersucht. Dabei konnte eine bisher unbekannte Bakterienart entdeckt werden.
Diese neue Gattung wurde nach dem Ort der Entdeckung – also St. Georgen ob Judenburg – benannt und hat als “Georgenia muralis” in wissenschaftliche Publikationen Eingang gefunden.

Die Pfarrkirche St. Johann in Scheiben

Urkundlich wird die Kirche St. Johann in Scheiben erstmals im Jahr 1203 genannt, jedoch ist ihre Entstehung viel früher anzusetzen. In der heutigen Erscheinungsform ist die Kirche in Scheiben ein spätgotischer Bau aus der Zeit um 1530, welcher das vorherige und vermutlich baufällige Gebäude zur Gänze ersetzte. Der Turm ist südlich an das Kirchenschiff angebaut und wurde im Jahr 1779 erhöht sowie mit barocken Schallfenstern und mit einer barocken Haube mit Zwiebel versehen. Das wertvollste Kunstwerk der Kirche ist der spätgotische Flügelaltar, der wesentliche Merkmale der damaligen Villacher Schnitzkunst aufweist.

Weiterführende Literatur: „DEHIO STEIERMARK“ – Verlag Anton Schroll & Co, Wien