Geschichte des Ortes (Kurzfassung)

Im Gemeindeamt liegt folgendes weiterführendes Werk auf: „St. Georgen ob Judenburg mit Scheiben, Pichlhofen und Wöll – Geschichte eines Lebensraumes und seiner Bewohner“ von Univ.-Prof. Hofrat Dr. Walter Brunner (derzeitiger Kaufpreis: € 28,--).

Das in Scheiben gefundene Schwert aus der Spätbronzezeit deutet auf eine frühe Besiedlung des Murtales zwischen Judenburg und Unzmarkt hin.Schon lange vor der Geburt Christi führte eine Fernverkehrsverbindung zwischen Italien und der Donau – die „Norische Hauptstraße“ – durch unser heutiges Gemeindegebiet, in der Nähe von Nußdorf errichteten die Römer die Poststation AD PONTEM.Seit dem Ende des 6. Jahrhunderts n.Chr. siedelten sich slawische Bauern an, ab der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts kamen erstmals bayrische Adelige und Bauern in unsere Gegend.Seit dem 10. Jahrhundert bestand  in St. Georgen und zwar an der Stelle des heutigen Dorfplatzes ein großer Gutshof, der den Praitenfurtern gehörte. Diese Ritterfamilie ließ in unmittelbarer Nähe des Hofes eine Eigenkirche erbauen und in einer Urkunde von 1277 wird der Ort erstmals als SANCTO GEORIO erwähnt.In der Folge wurde der bis dahin geltende Gegend- und Siedlungsname Praitenfurt vom Patroziniumsnamen allmählich zurückgedrängt. Ab dem 11. und 12. Jahrhundert übten die Adelsfamilien der Eppensteiner und der Liechtensteiner – diese eine lange Zeit hindurch – die Grundherrschaftsrechte aus.Die spätere wechselhafte Geschichte unserer Gemeinde blieb eng mit jener der Region verbunden. Als herausragende Ereignisse gelten die grausamen Plünderungszüge von türkischen Soldaten im Jahr 1480 und die von französischen Einheiten im April 1797. Den Kriegen, wirtschaftlichen Niedergängen und Katastrophen – wie dem großen Dorfbrand in St. Georgen am 25. Mai 1878 – folgten stets Frieden, Neubeginn und Wiederaufbau.Mit 1. Jänner 1961 haben sich die vormals eigenständigen Gemeinden Pichlhofen, Scheiben und Wöll mit der Gemeinde St. Georgen ob Judenburg vereinigt.Geologisch gehört das Gemeindegebiet zum zentralalpinen Altkristallin. Als Grundgesteine treten verschiedene Granatglimmerschiefer und im südlichen Teil in höheren Regionen auch Schiefergneise auf. Die Auswirkungen der Vergletscherung in der Würmeiszeit sind deutlich erkennbar.